Melancholie im Frühlingserwachen

Melancholie im Frühlingserwachen

wohin schwimmt das Verlassen-Sein bei Ebbe?

Flecken fallen zufällig durch eine behäbige, verpatzte Bewegung ins perfekt geplante Bild, was das Untertauchen im blauen Trauerfass tunlichst meidet.

Auf der linken Seite schielender Augen sieht alles schön aus, sagst du.

Altrosa verweigert sich dem zehnten Waschgang. Verschmilzt tragend mit den Linien der Handinnenflächen.

Da kannste schrubben, wie du willst. Das wirst du nicht mehr so schnell los, to myself

Woran, um Himmelswillen, bemerkt man(n) die Verliebtheit eines Regenwurms? Fährtenlesen for Dummies leichtgemacht. Der Frühling schreibt dieses Jahr Narben in die auftauende Wintererde.

Gefall‘ ich mir mit Honig auf Zunge?, denke ich, dass du denkst.

Es zählt sich schwer die Artenvielzahl von (Eintags)Fliegen, wenn der Mond an der Kette des Selbstüberwachungsmodus abgehalten wird, den Taschenrechner beiseite zu legen.

Du willst es? Du kriegst es!, beschwören naive Freunde.

Spiel‘ mir dein Herz; lila-violette Stiefmütterchen strecken ihre Tentakeln gen das Sonnenlicht, bis die Nacht sich auf ihren Blättern schlafen legt. Wohlgenährt klopft die Mutterliebe mit dem Löffel an den noch geschlossenen Babymund.

falling free during the daylight; i missed the skytrain last night, ruft der Steinkauz in die Welt.

Die Zeitfalte menschlicher Fehlbarkeiten versteckt sich in den Flusen der übersehenen Sockenrückstände. Das kecke Klingelmännchen lutscht an der gefrorenen Wassermelone. Eigentlich lieber ohne Kerne; toxische Widerstände verklären den Dackelblick.

Was ist das Gegenstück zum Nebel, grübelt es hinter den verfetteten Brillengläsern.

Rohe Eier gestapelt auf den tristen Schatten der Kreidefelsen, die einst in der Farbpalette von Casper David Friedrich wohnten. Grelle gelbe Tupfen brechen aus der gebrochenen Schale; ungebremster Tanz, um das Wollen vom Rest der Welt zu trennen. Sie bleibt still; das schlaflose Ringen um das Erwachen im Morgen hinter den abgestürzten Dünen. Der Schaum der See spricht Bände, auf deren Buchdeckeln sich die Buchstaben vom Lebenserhalt gegenseitig um den eigenen Raum bedrängen.

Kill the pain: Vielleicht wächst dann was?, schallt es aus der fernen Wüste verdrängter Alpträume.

Capitel letters

the world

a wonderful place

Erwartung enttäuscht hölzerne Glücksbrocken

gestrandet ///

Hund

markiert

jeden Grashalm im Wind

sickness

tender

unfertiges Modellbaumhaus

schwarzer Strand unterm wachsamen Neonlicht

verrät die geschichteten Jahre im Moor

Serienende

storyboard

never Ends ///

 

Randnotiz

Sehn-Sucht

 

tote Knochen gebunden im lebenden Körper

nagen am Zahn der Zeit

verdrehte Uhren springen lose

vom abplatzten Ziffernblatt

 

sehnen nach suchtgefährdetem Trunk

verfärbter schwarzer Wellen

betrunken vom Sonnenuntergang

 

Wellblech klopft bescheiden

an die Tür hinter der Sackgasse

fieser feiner Sand setzt sich fest

zwischen den Fußzehen

reist mit durch die taghell ausgeleuchtete  Nacht

 

Mondsichel webt das Wolkenkleid

golden – rot

unerträglich Sehnsucht

zwischen Schein und Sein

lichtes Gestalten im Schatten der Sternengebilde

 

Hochdruck baut

zwischen den Säulen der maroden Seebrücke

Luftschlösser, die mit dem ersten Spatenstich

im durch Ebbe geplagten Untergrund versinken.

 

Sehnsucht kleidet

blindlings Wellen vom Herz zum Meer

und zurück.

 

Offene Wasseradern als Rückläufer

vergessener Fluten

schreiben verschwommene Liebeslinien

zwischen dem reibungsriskanten  Sehnen nach dir und 

der traumgefärbten Sucht

 

müdes Lächeln erschlafft im Spiegel

graue Tage kündigen an / erfrorenes Zittern /

kalter Haut

erwacht.

Aus

Sehnsucht.

 

wörtliche Kritzelei

Eine Vorgeschichte einer Geschichte, die sich vielleicht nie schreiben wird:

Ein kleines Schaf, was auf dem plüschigen Kopf ein gewaltiges Stiergeweih mit sich trägt und sich hin und wieder gern die Haare kunterbunt färbt. Dazu gesellen sich: ein Angsthase, der um den dünnen Hals eine Federboa bindet, eine Antilope, die auf den Beinen eines Rennhundes durchs Leben trabt, ein Chamäleon, was sich von Zeit zu Zeit in ein weiß-helles Meditationszimmer zurückzieht – eine Magierin, die sich einen Phönix als Haustier zähmt und ein dunkler dickhäutiger zweiköpfiger Drache, der Vereisungsspray speit statt Feuer –

alle tanzen gern in ganz eigener Art immer wieder aus der Reihe.

Die Wesen leben in dem Land, was ganz tief unter all den Verkrustungen verborgen liegt. Kaum sichtbar, kaum fühlbar. Das Treiben ist nicht hörbar für die Anderen. Geschweige denn dass sich ein Fremder in jenes Land verirren kann. Der Weg dorthin ist ein verworrenes Dickicht, was sich jeden Tag neu erfindet. Für all die Wesen, die im Land unter den gebirgsartigen Verkrustungen ihr Unwesen treiben, existieren keine anderen Länder. Eine beglückende Unwissenheit; selbst die Existenz tief schlafender Wesen innerhalb der Verkrustungen ist ihnen unbekannt. Noch ahnen sie, dass die gebirgsartigen Versteinerung von Menschen geschaffen worden sind. Stattdessen wird fleißig eine Softeismaschine entwickelt, die selbständig auf eigenen Beinen stehen und wandern kann. Mehr noch, denn sie spürt sehr genau die Resonanz und Bedürftigkeit aller Wesen, um stets passend zur und punktgenau zur Stelle sein zu können, wenn ihre Dienste benötigt werden – in Windeseile. 

Nicht zu vergessen als elementar tragendes Element braucht es eine unsichtbare Wand, die sich mal zeigt und wieder abtaucht. An deren Mauersteine hängt ein piepender Apparat, der den zweiköpfigen Drachen per Klick in eine Maschine aus Eisen verwandelt. 

Während im verwunschenen Dachstübchen eine Professorin darüber grübelt, welcher ausgetüfelte Mechanismen wohl die Maschine dazu verleiten kann noch mehr Wesen in Eisen zu transformieren.  Das kleine Schaf scheitert immer wieder an diversen Fluchtversuchen und gibt trotzdem nicht auf, selbst wenn es sich ganz fürchterlich am eigenen Stiergeweih verletzt. Das Rauschen des Zauberwasserfalls beruhigt alle in der Nacht. Sein Fließen verstärkt sich, so bald eines der Wesen im Land unterhalb der Verkrustungen traurig wird. Der Wasserfall weint all die übergangenen Tränen. Auch jene Tränen aus den Augen derer, die für die Verkrustungen verantwortlich sind. Es schließen sich Kreisläufe; der Zauberwasserfall spendet durch das Weinen genügend Wasser. 

Ganz zuletzt: Ein kleines Mädchen, was in einem Baumhaus unter einem riesigen Banananblatt selbstversunken lebt. Bisher ganz leise und unbemerkt. Das Schaf wird sie entdecken und sie werden Freundschaft schließen, um gemeinsam einen Weg nach draußen zu erforschen. 

 

 

Verdauungsakt

Hör zu!

grob körniges Vergehen

offener Hautporen,

die – in deren Flüchtigkeit –

von jungen Tagen

erzählen;

Hochmütige Stimmen

trällern im Takt nackter Füße

überdrehte Schritte balancieren

unterhalb des entflogenen Körpers

oberhalb der Erddecke

auf dem rutschigen Marmortisch

„what is love?“

Traumzauberbaum schüttelt sein Gemüt

gestürmte Blätter entziehen sich dem Nest

Kratzende Krähenlaute kümmern sich um mich

Einfahrt Tag & Nacht freihalten

„can’t fight any longer“

Osteingang zählt in aller Seelenruhe

Ersatzteile;

aufrechtes Aufrichten kinderleicht

dosiert

am linken Schalter;

Rückt ein bisschen vor; eure Gesichter –

– Hier und Jetzt –

nehme an

rund um die Uhr

Stellplatz zu vermieten

entschieden entschlossen über Reparatur

gebe zurück, was bleibt.

Verlass‘ mich nicht

Im Alter sorgen sich

fremde Hauseingänge

schützen überdacht Tintenfisch vorm Zerlaufen;

Erwartungen existieren

grundsätzlich

auf dem Boden der Tatsachen,

um übertroffen zur werden.

Wie lösen Jäger?

Schnappschüsse, um tränende Regentropfen festzuhalten,

bevor sie sich zu einem Ganzen im See sammeln?

„never stop dreaming“


Eingeklemmte Herzen

Narrenkappen

Scherben / häufen / sich im speck/ -haltigen Schinken /

verpesteter Hollywood/ Streifen

am 

blauen 

Horizont

unter

gehender

Sonne

verklebt/ verräterisch / befallen / im Tagträumen / Indigo / verschluckt

roh

schlägt

das nackte Paradies

in die weiche Magengrube

KOTZ / AUS / SELBST / WIRKSAMER / KRÄMPFE /

ZWISCHEN DIE RITZE / DES EHEBETTES

PISST AUF hirn_rosarote DRÄHTE verschmorter Vorstellungen vom Glück

im Regenbogen

liebeskranker Narrenspieler

Seifenblasen

bluten 

das Herz

aus tiefster Sehnsucht

im Strudel imaginärer Geister,

die ungeboren nach dem Leben schreien. 

fastenzeit

Heilige samstage


hund

als aufgescheuchtes huhn

was den wehlauten

seines menschen lauscht


buddhas zunge

erhebt sich

im verpatzten kuchenteig

schreibt sich der schatten

deiner handschrift

auf den grund der bauernmilch

junger kälber


wechselt/spuren/staub/von gestern/


dein/name/unausgesprochenes/verbot


wie/viele/herzen/haben raum/finden platz

in einer (toten) hirschkuh?


Räuchernde Kräuter

verblichener Augen/Blicke

[trinkt]

vertreibt nur langsam

erloschene Rücklichter


ich/gehe/rum/um dich/um mich/


abschied und anfang

eins

menschen

als

rote Fäden

im Schnee

von gestern


wer führt den Stift

wenn pferde sterben

und kinder geboren werden

wollen?


All

unsere

verwandten

schallt

es aus

deiner ferne


weinst du oder lacht es in dir?

wie

ich den Versuch beginne

neu

mit

mir

im

hier


ohne

weg

weiser

wie

es

(nach

dem

das sterben

begraben

ist)

weiter

sich

weben

kann


spinnen

frau

angelt

in trüben tagen

am haken

alter liebesdramen


kosten

erstattungs

ansprüche

an

bestatter

haben

wir

im

toten

geflüster

vergessen


nimm`

die warnweste mit

und

bleib

beharrlich

tippst

du

als letzte

nachricht

bei

vollmond

im mai

deines

zweiten

todes

tages

[the person you are calling is not available]


auto

fahren

rast

gekonnt

ich

hinterm

lenkrad


und

nun?


Im

früh

jahr

werde

ich

dem

stein

vor

deiner

haus

tür

die

köpfe

abschlagen


um

die

letzten

krümel

unter

den

wurzeln

deines

baumes

zu

beerdigen.

In liebe


kein

verlust


leere

sagt du

leere

sage ich.


Ein spiegel

schaut

in einen anderen,

erinnerst du dich.


immer/still


Stroh

blüten

pflanze

ich

im

sand

deiner

asche


alles verdorrt;


dein

geist

treibt

mich

fort;


deine stimme geht, geht, geht

in weite

taubheit

reiner Leere

sitzen in stille


und bindet mich

die schlange

deiner gezeichneten linie

im

magen

des wals


baustellenmist

versackt

im grundwasser


Ebbe

zwischen

unseren

Buchdeckeln


„lass die flut

in neues land“,

bemühen sich deine schreie

durch mein gehirngewitter

meine ohren zu erreichen

zu spät? Zu früh?


Anfang und ende eins.

Leere

Leere


verbunden

in reiner Leere

unter den wurzeln

deines baumes

all unsere verwandten


Leere

alles

Leere


kein

verlust


nimm

an

was

dir

das

alter

gibt


Leere

reine Leere

alles eins im Anfang und Abschied

nur

ein tag

leben ein tag

kein verlust.


[aus dem gerippe des gestrandeten wales klettere ich unverdaut ans licht]

 

Gekritzeltes

Frierendes Licht

Rastlos

raten

Götter

| Speise grünt rot |

auf der Brüstung

des Balkons

in der dritten Etage

tritt

Scham & Liebe

wechselseitig

auf die Ränder

der vier linken Füße

| bereit |

kurz vorm Absprung


In den geschlossenen

Klammern

Nichts Neues


Auf dem Rücken

der winterlich gepackten Pferde

schwingen

Ziegenböcke ihr Tanzbein


leiser Regen

pflanzt sich in Nistkästen


[C. G.] Jung

klopft

mit seinem Nachtschiff

an die Pforte des Schlafes

zahm

Träumende

Finger

bohren sich

in transzendente

Materie


Am Morgen

singt

die Nachtigall


tiefer

Inbrunst

unbewusster

Meereswellen

unterhalb der Oberfläche


stechender

Humus

Geruch

deiner Grabblumen

reicht

in

meine

Herz

Kammer


es

unwissend

klammert

Nichts

ein

Nichts

aus


[ Alice

knabbert

an den Punkten

im Fliegen

Pilz

zieht

Streifen

lang ]

 

Randnotiz

artifizielle rauchzeichen

blessierte schildkröte

strakst im kreis; gleitend entrückt sucht es sich

unsichtbare treppen, um innerhalb nebelverhungerter hochhäuser / den unbenutzten

diamanten träumerischer sehnsüchte aus kotzgrauen kindheitstagen / gesichert am panzer / nach aussen transportieren zu lassen

trunken/raschelt es/berauscht zwischen/lust und frust

verloren gegangene stifte / schreiben autonome geschichten im fremden bus, die gefunden bis in den nächsten uferlosen hafen reisen

auf/nimmer/immer/ seelen seicht/ blockiert

wut/ verbrannt/ stürmisch/ lost in space/ wellen / geborgt/ verbogen/ ausgerastet/ verwässertes warten / stunden in runden/ liniert

obst braucht der körper

früchte tragen sich / im wechsel der jahreszeiten / ab / in namenlosen wiesenblüten. entwurzelt gewachsen; exakt über dem mittleren punkt des äquators; reifen minderwertige schattengewächse, zweite ware / mangel_exemplar, welche beim anblick des mondes leuchten.

schildkröte lacht sich ins fäustchen/ verrückt/ sonne und nebelschweif/ baut hölzerne stämme, in denen es sich gehöhlt aushalten lässt.

lust sendet verblendet/ luftblasen/ aus dem uterus in die zugeschnürte kehle/ alter / versagungen

wer/ glaubst / DU / zu sein?

kostbarer

stein verbotener

ernte reibt verführung

süffisanter ohrläppchen getigerter menschen