BANALITÄTEN IM ALLTAG

Kunst(schaffen) _ Gesellschaft _ Therapie

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Konfus_was ist ein guter* blog?

wirre Gedanken. Beim Durchforsten des Netzes blicke ich am Ende frustriert noch weniger durch. Es regt sich Widerstand. Also ein guter Blog zeichnet sich durch das permanente Vernetzen und der Netzwerkarbeit aus; klares Thema und letztlich zählt die Verkäuflichkeit bzw. werden Vermarktungsmöglichkeiten der geschriebenen Informationen angepriessen. Wer übersteigt wen mit dem ganzen gegenseitigen – Klicken und Geklicktwerden – nur ganz wenige Sätze lese ich über die Möglichkeit, öffentliche Räume (wie das Internet) als Publikationsmöglichkeit zu nutzen, um sich selbst frei äußern, gestalten und in den digitalen Räumen bewegen zu können. Jene Form der Gestaltungsfreiheit, wo ES sich formt. Unabhängig vom sogenannten professionellen handwerklichen Können, was ohnehin meist mit dem Ziel gelehrt wird, eine breite Leser_innenschaft zu erreichen: Wie setze ich gekonnt Gefühle und Bilder ein, um Spannung zu erzeugen und menschliche Wahrnehmung manipulativ zu binden?

Ich bin genervt. Zu viel stehen Produkt und Erzeugnis kreativer Macharten im Mittelpunkt. Zu wenig Raum und Zeit bleiben für das achtsame Betrachten des Prozesses. Ein Prozess, welcher sich dem Zufall hingeben kann – ohne voraus_eilende Angst vorm Scheitern des Endproduktes.

So. formte. sich. das. gesicht. was. in. der. digitalen. Dimension. augenkontakt. verlor.

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Körp_er_Aneignungen

das dritte Jahr meiner kunsttherapeutischen Ausbildung nähert sich der img_0409Halbzeit; immer noch bin ich auf der Suche nach Auseinandersetzungen & Methoden rund um das Erspüren, stärkende Aneignen und weniger feindlichen Verbindungen & Kontakt zum Körper; aber dies nicht in binären männlich-weiblich Dualität, welche zu oft und zu eng mit sozialen Zuschreibenden, Erwartungen und ausschließenden Kategorisierungen einhergehen – welche tief verinnerlicht zu häufig dafür sorgen, sich selbst und andere* einzuschränken. Bestimmte Körperbewegungen werden als männlich oder weiblich gelesen; weichere* Anmutung wird in eine geschlechtliche Kategorie gesteckt und innerlich muss ich mich ständig wehren.

Wehren gegen Einordnungen und kämpfen für den inneren Kontakt zu mir meinen Bedürfnissen, Impulsen und Emotionen, die frei atmen wollen – ohne männliche oder weibliche Lesarten. Körperstellen, die erst leise sprechen, wenn s_ie sich nicht gehemmt fühlen aus Sorge, ein Bedürfnis könne achtlos in einer Schublade versauern.

Die Körpertherapien (im psychotherapeutischen Bereichen), denen ich bisher begegnet bin (theoretisch und teil praktisch), ordnen sich ein – in eine binäre Lesart, die weniger befreit – sondern das Individuum wieder fruchtbar* macht für heteronormative Gesellschaftsstrukturen. Dabei steht wohl im Mittelpunkt, dass Ablehnung zum Körper in einen Zusammenhang mit einer ablehnenden Haltung gegenüber einer männlichen oder weiblichen Seite gestellt wird. Sprich: Ablehnung gegen eine väterliche oder mütterliche Komponente. Bedürftigkeit, die nicht gestillt worden ist in der Kindheit von Vater oder Mutter. Jedoch wird verschwiegen, dass eine feindliche Haltung zum eigenen Körper wohl durch das weibliche und/oder männliche Getrimmtwerden & sich selbst getrimmt fühlen, um dazu gehören zu dürfen, und die fehlenden Alternativen, um sich aus der Enge befreien zu können, sich wesentlich stärker ins Fleisch gebrannt haben.

Ich warte auf Alternativen, welche Weichheit und Härte (u.a.) aus den Fängen der binären geschlechtlichen Zwangsjacke befreien. Damit ein Mensch in Kontakt mit körperlichen Bedürfnissen, sich selbst fühl- und erlebbar erfahrend im Fluss und Wandel mit Vergänglichkeit, Hautbegrenzungen und innerer Weite achtsam und liebevoll erspüren darf – ganz frei und selbst*bestimmt von äußerer und innerer geschlechtlicher Lesbarkeit.

P.S.: Eine Suche nach Antworten* kann (immer) nur deine persönliche Suche nach Fragen & Antworten sein; alles* wandelt sich – es bleibt im Fluss der Veränderung überall und nirgends.

sicher*_Sein

manchmal reißt dich ein Ereignis aus dem Alltag und nach ein paar tagen kehrt alles wi(e)der zu den routinierten, eingespielten abläufen, die Sicherheit und Stabilität geben, um zu funktionieren.

Um zu funktionieren, wird nahezu jede_r Handgriff optimiert; zeit sparen. Zeit ansammeln, um später – wenn alles erledigt ist – darauf zurückgreifen zu können.

In der Zwischenzeit verliert sich vieles, was im Herzen tatsächlich brennt. So verschließen sich die Sinne für die genderqueeren* Himmelsrichtungen. Eigene feindlich-verinnerlichte Bilder, Stereotype und entsagten Sehnsüchten werden als Verbannt_e in den tiefen der innerlichen krust_artigen Landschaft an der kurzen Leine vermeintlich gebändigt. Scheinbar an der Leine zum Schweigen verurteilt, teilen s_ie sich mit _ ständig_zwischen den Zeilen_ die versteckten_ die verbannten_ werden täglich kleiner und kleiner_und deren aufgeplusterten Beschützer_innen größer und größer – bis eine spitze Nadel die Verletzlichkeit der fragile Membran testet; verbrauchte Luft schafft Raum für frischen Wind.

Im Zentrum wird sichtbar, die langen Pausen sind enttarnt; Pausenzeit vom gender*queer – Ruhephase – um mitspielen zu dürfen. Im Zentrum wird sichtbar; Ausschluss und fehlende Räume machen es notwendig die eigenen Aufräum- und Kehrutensilien stets bei sich zu tragen.

Wo ist es sicher?

Wer bewacht die Eingangstür?

ich dringe ein; lange Haare täuschen nur den mensch, d_er sich selbst im Spiegel vergisst!

Wachstum; von der Wurzel bis zur Spitze!

gefangene sind j_ene – im innen & außen – die helfen, den beton zu mischen für die Verfestigung von männlich* & weiblich*

be_ton bröckelt!

 Wem überlasse ich es, wie ich gelesen, einsortiert und ver_ortet werde?

Haut trennt mich, begrenzt mich von dir zu mir;

innen_außen

dazwischen der einordnende blick

obwohl wir* wissen, dass es auf die ART scheitern wird.

In der Pause tarnt sich die Täuschung, um heimlich in der Mitte der Gesellschaft anzukommen.

an der Eingangstür überlasse ich mich dem Röntgenstrahl,

um auf der binären Bühne ein Stück von der Torte

in mich stopfen zu können,

welch_es ich nach dem Fallen des Vorhangs

über de_r Klo_

_schüssel auskotze.

Ergänzung:

„Was passiert, wenn ein Trans-Musikx und ein Butch-Geschichtenerzählx eine Show ohne besonders queeren Inhalt machten? Würden wir dadurch ein größeres Mainstream-Publikum gewinnen? Könnten wir die Show an große Theater und Festivals verkaufen? Würden wir besser zu vermarkten sein, wenn wir unsere super Homo-identitäten versteckten und über gewöhnliche Dinge sängen und Geschichten über hauptsächlich straighte Leute erzählten? Es zeigte sich, die Antwort auf all diese Dinge war: Ja.“ („goodbye gender“ Rae Spoon & Ivan E. Coyote)

…wald vor lauter bäumen

…. da dachtest du d_ie Blindheit, mit d_er du* durch binäre Sozialisation verblenimg_0389det bist, sei bereits geklärter und mit Weitsicht überschrieben …. nix da!

vor lauter bäumen blind für die Einhörner_innen

 

im Wald. Nach den bewegten Tagen in München auf der trans*inter*tagung erweitern sich innere Räume und versuchen sich nach Außen zu artikulieren.

verbundene Sequenzen zwischen Kognition, Deutung, Erklärung und den Wellen von Scham, Unbehagen, Angst – Verstecke lassen sich bergen; Schutzräume werden an den Innenwänden mit Plüsch ausgekleidet und am Ende des Tages passen keine (Begehren)Labels und Zuschreibungen mehr; die sich meist in der binären Zweigeschlechtlichkeit formten, um die Sehnsucht nach Ver_ortung stillen zu können. Vor dem Schlafengehen erinnere ich mich an einen Sommertag im Hof meines Onkels; unbedarft und voller Lebendigkeit spreizte ich beim Sitzen meine Beine. Noch heute spukt die Ermahnung meiner Oma im Ohr: „Mädchen, sitzen so nicht!“ Morgen nach dem Aufwachen werde ich mir jen_e vergessene und in den dunklen Scham*bereich verdrängte Körpergeste mutig & stolz wieder aneignen. Versunken im performativen Akt bin ich weder-noch; ich streiche weder das sie* noch das er*; ich unterstreiche d_en Wandel und das Ineinanderfließen in der Gegenwart und erprobe meine Blindheit; vielleicht führt mich bald ein kleines* Einhorn durch den düsteren Wald. Ich besorge schon mal Batterien für die Taschenlampe und übe, übe, übe!

eine Vorstellung über eine Vorstellung vom ganzen Menschen

mittwochs –

Angelehnt an die Aufforderung zum Innehalten  von Luise Reddemann (in: „Der Weg entsteht unter deinen Füßen – Achtsamkeit und Mitgefühl in Übergängen und Lebenskrisen“);

Was ist meine heutige Vorstellung eines >>ganzen Menschen<<?

Arme, Beine, Haut, Knochen, Augen, Nase, Mund, Finger, Nägel, Haare, Brust, Öffnungen, Ohren, Gehirn, Blut, Organe, Po – was für eine Frage: was ist ein ganzer Mensch? Ich könnte nun alle Aufzählungen alphabetisch ordnen, um abzulenken. Mich selbst täuschen, etwas Sortieren, beschäftigt sein – statt aufzuschreiben, dass ich ratlos bin.

Ich suche einen Anfang – zu sehr – zu stark – zu sicher!

ganzer Mensch fließt dahin und davon,
hält inne – im Schatten, im Licht
begreift mit den Händen die ruhende Stille.

Im Spiegel begegnet sich das Bild
von mir, von dir, von uns;
eine Drehung um die eigene Achse
durchdringt die Endlichkeit.

Täglich kostet mensch,
trinkt, saugt, säuft
süffisant am Nektar;
ein Gebräu aus sich Selbst*.

Darf sich neu(er)finden; alltäglich
dankbar verwurzelt im Gehen, Wandern, Reisen.
Alles* schmeckt neu; kalter Kaffee
(als) fruchtbares Element zwischen Spannung & Entspannung.

Versöhnung zwischen dir und mir;
Heimat ist kein Ort –
die kugelrunde, mitfühlende Erde hält uns ganz.

Genüsslich schlängele ich auf dem Boden
gemeinsam; mit dem vitalen, roten Faden; –
und lasse (alles) unvollkommen Sein*

Mich und Dich.

mit iPad und Finger gezeichnet

einsame birke

krähen schwimmen Oben

mit iPad & Finger zeichne ich nur mich

Überreife Zeiten oder wie wäre es mit einem Gütesiegel für Fahrschulen?

12.März 2016

… im Jahr 1999 hielt ich meinen Führerschein in der Hand. Sechzehn Jahre später traute ich mich ans Steuer. Einerseits überforderte mich die neugewonnene Bewegungsfreiheit und andererseits wühlte die Wut in mir. Nach ein paar Fahrstunden in einer Kölner Frauenfahrschule wagte ich mich auf die Straßen. Zugegebenermaßen bewaffnet und vollgestopft mit Rescue- Präparaten rollte ich das Auto über den Asphalt, aber es lief.

Während im Jahr 1999 ich wohl eher gewillt war, den Führerschein wie eine Trophäe, für die ich in den Ring steigen musste, zu lagern – damit nie_mensch auf die Idee käme, mir dieses Dokument wieder abzunehmen. Es war der Beleg, dass ich unzählige Fahrstunden überlebt hatte. Kurz vor dem Abitur schlug es in eine Welle um. Alle* leisteten sich den Führerschein, um mobil, flexibel und beweglich zu sein. Kaum vorstellbar wäre es gewesen, sich auf dem Arbeitsmarkt ohne diesen Lappen zu präsentieren.

Ich war eher gelassen, konzentriert auf den baldigen und ungeduldig erwarteten Beginn des Studiums; trotzdem beugte ich mich der elterlichen Sorge um die Zukunft (ohne Führerschein verloren und ausgeschlossen zu sein).

Heute weiß ich, sich äußeren Erwartungen hinzugeben und anzupassen, entpuppt sich meist als Einbahnstraße. Im Grunde wurde es schlimmer. Unendlich viele Fahrstunden, drei praktische Prüfungen nicht bestanden und das Schuldgefühl, die arbeitslosen Eltern endgültig in den finanziellen Ruin zu treiben, verbiß sich schmerzvoll im Nacken. Es wurde noch schlimmer. Nämlich durch diese sabbernden männlichen* Fahrlehrer, die mit jedem Satz, der ihre geifernden Münder verließ, sexistische Kack scheiße verbreiteten. Statt geduldig einfache Regeln, Tipps und Hinweise zu vermitteln, damit Fahrschüler_innen weniger verängstigt und unsicher in die nächste praktische Fahrprüfung starten können.

Und heute im Jahre 2016 ist es noch viel schlimmer: Indem weiterhin Frauen*, während sie* um an (Bewegungs)Freiheit, Unabhängigkeit und Autonomie zu gewinnen, sich in einem Fahrschul-Auto anschnallen, sexistischen Übergriffen unter der Gürtellinien ausgeliefert* sind. Wahrscheinlich – so wie ich als achtzehn Jährige damals – am Ende der Fahrschulzeit Frauen* froh sind, keinen physischen Angriffen ausgesetzt gewesen zu sein, landet der Führerschein schnell in der verdrängten Dunkelheit. Ähnlich wie die unsichtbare Tatsache, dass die subtile Bedrohung eines physischen Angriffs durch den Fahrlehrer auf den hinteren Sitzen des Autos in jeder Stunde mitfuhr.

So kam es, dass ich (nach dem die Wut über vergangenen und heutigen Sexismus im Alltag hörbare Worte fand) neulich mit einer Bekannte, die frisch die Führerscheinprüfung bestanden hatte, mir einig war. Es ist überreif – die Zeit schreit nach einem Gütesiegel für Fahrschulen, die geschult sind und geprüft werden, was  es bedeutet verantwortlich und professionell zu handeln – unabhängig vom scheinbar äußerlich lesbaren Geschlecht –  Ein Siegel, um Fahrschüler_innen stark für die Straßen zu machen; was es heißt, gewaltfrei zu kommunizieren, angstfrei zu lernen und Ressourcen zu teilen.

Zum Weiterlesen: https://wineandvaginas.wordpress.com/2015/08/03/apropos-fahrschule/

alle Jahre wieder …

Heute, am 09.März 2016 … ist es soweit. Ich bin bereit für vierzig Tage ein Bild. Dieses Jahr widme ich mich einer einzigen Linie im Bild. Täglich genügt eine Linie, die sich als Verlängerung meines Körpers ausdrückt und über jene eigentümliche Körperlichkeit hinausgeht. Zusätzlich werden Fragen nach Mäßigkeit und Sättigung wach; wann ist ein Bild fertig? Wann endet ein Prozess? Und wie stellt sich Zufriedenheit ein, wenn bereits vor dem Ansetzen des Striches das Ende gesetzt ist? Was passiert, wenn lediglich eine Linie zur Verfügung steht, um ein Bild zu schaffen? Wie können sich Energien ausagieren, die bereits, bevor sie eine Spur hinterlassen konnten, begrenzt werden. Wohl mehr; die Konzentration liegt auf einem Atemzug, der sich durchzieht. Den es gilt zu halten und sanft loszulassen. Eine innere Annahme von menschlicher Endlichkeit im Raum einer ungewissen Zukunft. Und dem liebevollen Hinnehmen, dass der Endpunkt einer stetig wechselnden Variabilität unterliegt. Das Ende ist relativ!

Suchbewegungen

03.03.2016

… die sich im hektischen Surfen im digitalen Raum zu Wort melden.

Interessant, wie viele Beiträge und Bücher es gibt, die Regeln zum Bloggen und über das Schreiben innerhalb einer Bloggersphere bündeln und sammeln. Nach den ersten Sätzen über all das, woran es gilt sich zu halten, werde ich (nach einer kurzen Phase des Zweifeln, inwiefern ein Nacheifern für meine Zwecke und Vorstellungen wichtig sein könnte) unglaublich müde.

Wo bleiben die Räume, die sich das Chaos, das Ungewisse, das Ausflösen von Regeln und dem Regelhaften auferlegen – ganz gleich von der Wirkungskraft und Verbreitungspfade der erschaffenden Ergebnisse und Produkte? Die Richtung des kreativ-schaffenden Handelns erwächst aus den (Such)Bewegungen des eigenen Körpers.

ganz im Sinne RAOUL HAUSMANNs: „Vorbei mit der Ästhetik; ich kenne keine Regeln mehr, weder des Wahren noch des Schönen […]“ (aus: Dada empört sich, regt sich und stirbt in Berlin)

Batman lebt!

Mittwoch, 19.08.2015

…. völlig im Rausch zwischen Steinstaub, Ideen von Draht-Stein-Beziehungen und Tim Burton ….

Die Ausstellung ist berauschend und lohnenswert; noch bis 03.01.2016 im Max Ernst Museum in Brühl.

The World of tim Burton in Brühl

Ich hielt vor lauter Freude die Ausstellung nicht aus und entschied, ich muss noch einmal hin. Und es sind die besten Batman-Filme. Ich erinnere mich gut an das Kino in Wolfsburg in den 90zigern!

Ich spitze mal meine Stifte und mache mich weiter auf die Spur von Linien, die sich in der Einkehr und Stille zu fabelhaften Wesen formen. Und wie der Stein sich in ein Chamäleon wandelt, wäre auch eine winzig kleine Erzählung wert.

Aber heute Abend hole ich mir Batman & Catwoman ins Haus!

sprachlos; ist selten ohne worte

Sonntag, 16.08.2015

und trotzdem meist leise. Manchmal springt nur der leere Satz entgegen, es fehlen die Worte … und manchmal in tieferen Erdschichten baden die verschiedenen Teile des Selbst im Getöse der Sprachgewalt, lassen sich ungeniert beobachten, was deren Freude keinen Abbruch verschafft. Es scheint fast unter Beobachtung laufen alle* zu Höchstleistungen auf.

Neue Erfahrungen öffnen neue Türen, wenn ich den Türgriff fest entschlossen in die Richtung führe, der ich gern entgegen laufen möchte. Sich einlassen auf neue Materialien und dabei seine eigene Sprache wieder (neu) (er)finden. Der Stein hätte mich fast in die Flucht geschlagen. Statt kontrolliert den Stein mit Bewegung zu formen, spürte ich den knallharten Widerstand – dem ich lieber mit Sprengstoff begegnet wäre als mit geduldigem Hämmern. Mittlerweile weiß ich um die Chance – erneut mit körperlicher Präsenz und Energie zielsicher den Türgriff zu führen. Die Beharrlichkeit der Kampfkunst trägt Früchte und zahlt sich aus. In allem wohnt der Anfänger*innengeist; so auch im Stein fühlt er* sich zuhause und lässt nicht locker. Bis das Harte butterweich mit den Bewegungen des Körpers verschmilzt und im Fluss der täglichen Wiederholung;  gesonnt im Licht der Selbstverständlichkeit(en) Gestalt annimmt.

ansichten

In der letzten Woche drehte das Thema „Wider der Eindeutigkeit und das Aufbrechen der Zweigeschlechtigkeit“ Runden in meinem Kopf. Es schwamm im Wasser der weiblichen Sozialisation und der verinnerlichten Mythen und ringt mit jeder Runde, dem entkommen zu können, um sich selbst nicht Steine in den Weg zu werfen.

zweiter_steinUnd prompt liegt ein zweiter Stein zur Bearbeitung bei mir auf dem Tisch. Nach eingehender Betrachtung sprach das Stein_Chamäleon zu mir, was nun zum Leben erweckt werden will.

Zwischendrin führe ich den bokken und freue mich wie eine Schneekönig*in im Sommer, die nach bald vier Monaten Kenjutsu Training plötzlich Serie eins und Großkata eins unterscheiden kann. So lohnt sich auch ein zufälliger Blick ins kleine Schwertbüchlein und was sagt es:

„Was ist nun das ‚Ich‘ des wahren Selbst? Es ist das Selbst, das bereits vor der Teilung von Himmel und Erde existierte und vor der Geburt der eigenen Eltern – vor allem, was geboren wurde. Es ist das Selbst, das nicht stirbt, das Selbst der Ewigkeit. Menschen, Vögel, wilde Tiere und Pflanzen – sie alle besitzen dieses Selbst. Das Universum ist davon erfüllt.“ (aus: Das Tor zur heiteren Gelassenheit. Zen und Kampfkunst, Takuan Soho)

bernsteinfrau

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