BANALITÄTEN IM ALLTAG

Kunst(schaffen) _ Gesellschaft _ Therapie

Schlagwort: Flow

wolken verschieben

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Am Abend sich selbst so betten, damit das Aufstehen im Morgengrauen im Hier und Jetzt gelingt. Unzufriedenheit verdreht sich um die Gedankengänge, welche der Lebendigkeit all die Vorstellungen vorwerfen, die in der Gegenwart fehlen. Im Strudel einer Selbstvergessenheit wird schweigsame Achtsamkeit, um das eigene Ein- und Ausatmen wahrnehmen zu können, unzerkaut verschlungen.

Das Hier und Jetzt auf Übermorgen verschoben; und Übermorgen wird „der neuste Schrei“ hungrig nach dem, was fehlt, gieren.

Ich setze mich, ruhe und lasse mich selbst auf das Ein- und Ausatmen sinken, es kann mich tragen im Augenblick. Kreativität fällt in den Schoß.

 

Körp_er_Aneignungen

das dritte Jahr meiner kunsttherapeutischen Ausbildung nähert sich der img_0409Halbzeit; immer noch bin ich auf der Suche nach Auseinandersetzungen & Methoden rund um das Erspüren, stärkende Aneignen und weniger feindlichen Verbindungen & Kontakt zum Körper; aber dies nicht in binären männlich-weiblich Dualität, welche zu oft und zu eng mit sozialen Zuschreibenden, Erwartungen und ausschließenden Kategorisierungen einhergehen – welche tief verinnerlicht zu häufig dafür sorgen, sich selbst und andere* einzuschränken. Bestimmte Körperbewegungen werden als männlich oder weiblich gelesen; weichere* Anmutung wird in eine geschlechtliche Kategorie gesteckt und innerlich muss ich mich ständig wehren.

Wehren gegen Einordnungen und kämpfen für den inneren Kontakt zu mir meinen Bedürfnissen, Impulsen und Emotionen, die frei atmen wollen – ohne männliche oder weibliche Lesarten. Körperstellen, die erst leise sprechen, wenn s_ie sich nicht gehemmt fühlen aus Sorge, ein Bedürfnis könne achtlos in einer Schublade versauern.

Die Körpertherapien (im psychotherapeutischen Bereichen), denen ich bisher begegnet bin (theoretisch und teil praktisch), ordnen sich ein – in eine binäre Lesart, die weniger befreit – sondern das Individuum wieder fruchtbar* macht für heteronormative Gesellschaftsstrukturen. Dabei steht wohl im Mittelpunkt, dass Ablehnung zum Körper in einen Zusammenhang mit einer ablehnenden Haltung gegenüber einer männlichen oder weiblichen Seite gestellt wird. Sprich: Ablehnung gegen eine väterliche oder mütterliche Komponente. Bedürftigkeit, die nicht gestillt worden ist in der Kindheit von Vater oder Mutter. Jedoch wird verschwiegen, dass eine feindliche Haltung zum eigenen Körper wohl durch das weibliche und/oder männliche Getrimmtwerden & sich selbst getrimmt fühlen, um dazu gehören zu dürfen, und die fehlenden Alternativen, um sich aus der Enge befreien zu können, sich wesentlich stärker ins Fleisch gebrannt haben.

Ich warte auf Alternativen, welche Weichheit und Härte (u.a.) aus den Fängen der binären geschlechtlichen Zwangsjacke befreien. Damit ein Mensch in Kontakt mit körperlichen Bedürfnissen, sich selbst fühl- und erlebbar erfahrend im Fluss und Wandel mit Vergänglichkeit, Hautbegrenzungen und innerer Weite achtsam und liebevoll erspüren darf – ganz frei und selbst*bestimmt von äußerer und innerer geschlechtlicher Lesbarkeit.

P.S.: Eine Suche nach Antworten* kann (immer) nur deine persönliche Suche nach Fragen & Antworten sein; alles* wandelt sich – es bleibt im Fluss der Veränderung überall und nirgends.

Batman lebt!

Mittwoch, 19.08.2015

…. völlig im Rausch zwischen Steinstaub, Ideen von Draht-Stein-Beziehungen und Tim Burton ….

Die Ausstellung ist berauschend und lohnenswert; noch bis 03.01.2016 im Max Ernst Museum in Brühl.

The World of tim Burton in Brühl

Ich hielt vor lauter Freude die Ausstellung nicht aus und entschied, ich muss noch einmal hin. Und es sind die besten Batman-Filme. Ich erinnere mich gut an das Kino in Wolfsburg in den 90zigern!

Ich spitze mal meine Stifte und mache mich weiter auf die Spur von Linien, die sich in der Einkehr und Stille zu fabelhaften Wesen formen. Und wie der Stein sich in ein Chamäleon wandelt, wäre auch eine winzig kleine Erzählung wert.

Aber heute Abend hole ich mir Batman & Catwoman ins Haus!

sprachlos; ist selten ohne worte

Sonntag, 16.08.2015

und trotzdem meist leise. Manchmal springt nur der leere Satz entgegen, es fehlen die Worte … und manchmal in tieferen Erdschichten baden die verschiedenen Teile des Selbst im Getöse der Sprachgewalt, lassen sich ungeniert beobachten, was deren Freude keinen Abbruch verschafft. Es scheint fast unter Beobachtung laufen alle* zu Höchstleistungen auf.

Neue Erfahrungen öffnen neue Türen, wenn ich den Türgriff fest entschlossen in die Richtung führe, der ich gern entgegen laufen möchte. Sich einlassen auf neue Materialien und dabei seine eigene Sprache wieder (neu) (er)finden. Der Stein hätte mich fast in die Flucht geschlagen. Statt kontrolliert den Stein mit Bewegung zu formen, spürte ich den knallharten Widerstand – dem ich lieber mit Sprengstoff begegnet wäre als mit geduldigem Hämmern. Mittlerweile weiß ich um die Chance – erneut mit körperlicher Präsenz und Energie zielsicher den Türgriff zu führen. Die Beharrlichkeit der Kampfkunst trägt Früchte und zahlt sich aus. In allem wohnt der Anfänger*innengeist; so auch im Stein fühlt er* sich zuhause und lässt nicht locker. Bis das Harte butterweich mit den Bewegungen des Körpers verschmilzt und im Fluss der täglichen Wiederholung;  gesonnt im Licht der Selbstverständlichkeit(en) Gestalt annimmt.

ansichten

In der letzten Woche drehte das Thema „Wider der Eindeutigkeit und das Aufbrechen der Zweigeschlechtigkeit“ Runden in meinem Kopf. Es schwamm im Wasser der weiblichen Sozialisation und der verinnerlichten Mythen und ringt mit jeder Runde, dem entkommen zu können, um sich selbst nicht Steine in den Weg zu werfen.

zweiter_steinUnd prompt liegt ein zweiter Stein zur Bearbeitung bei mir auf dem Tisch. Nach eingehender Betrachtung sprach das Stein_Chamäleon zu mir, was nun zum Leben erweckt werden will.

Zwischendrin führe ich den bokken und freue mich wie eine Schneekönig*in im Sommer, die nach bald vier Monaten Kenjutsu Training plötzlich Serie eins und Großkata eins unterscheiden kann. So lohnt sich auch ein zufälliger Blick ins kleine Schwertbüchlein und was sagt es:

„Was ist nun das ‚Ich‘ des wahren Selbst? Es ist das Selbst, das bereits vor der Teilung von Himmel und Erde existierte und vor der Geburt der eigenen Eltern – vor allem, was geboren wurde. Es ist das Selbst, das nicht stirbt, das Selbst der Ewigkeit. Menschen, Vögel, wilde Tiere und Pflanzen – sie alle besitzen dieses Selbst. Das Universum ist davon erfüllt.“ (aus: Das Tor zur heiteren Gelassenheit. Zen und Kampfkunst, Takuan Soho)

bernsteinfrau

fabelhafte Wesen* _ es schreibt sich selbst_

Sonntag, 21.06.2015

Ich lasse meine blog-schreibübungen sehr schleifen. Und manchmal macht genau das Sinn, da sich in jenen Zeiten der Unregelmäßigkeit die Gewissheit stärkt, dass der rote Faden nicht verloren geht. Selbst wenn die Regelmäßigkeit ihren eigenen Fluss hat. So schreibe ich mit Linien fabelhafte Wesen, die den tiefen Weg des Atems folgen, den Kontakt halten und sich ausdrücken – zaghaft, rasant, brüchig, fragil, klar, punktuell, sanft, mit Nachdruck …

Ein Jahr rauchfrei. In diesem Jahr sind viele Bilder, Texte und Fragmente, die ich bewahren möchte, entstanden. Ganz selten spüre ich noch den Druck und erinnere mich plötzlich an den Glimmstängel, der vermeintlich mir Leben einhauchte. Es war ein Befreiungsschlag. Trotzdem bin ich auf der Hut und weiß, manchmal rollt mensch zu schnell rückwärts den Berg wieder bäuchlings herunter.

… weiter mit Aquarell, Acryl, Pastellkreiden, Bleistift, Tusche und dem handgeschriebenen Worte. So formen sich jeden Tag die Selbstbildnisse. Ich wünschte, ich hätte Flügel. Und im nächsten Augenblick beim Schließen der Augen, die Farben bahnen sich im Rinnsal des Wassers ihren Weg, stelle ich es mir vor … wie es wäre mit einem Gefieder, Schnabel und Flügel, die sich ausbreiten.

Ich habe vergessen, an welchem Tag von den 40. Tagen ich angelangt bin. Der Prozess zählt und der tägliche Kontakt mit meiner ganz eigenen Handschrift und dem Papier.

handmade

Donnerstag, 18.06.2015 | handmade

goldregen im herbst oder der geist in der flasche

Freitag, 19.06.2015 | Goldregen im Herbst oder der Geist in der Flasche

die drei heiligen geister auf dem vulkan

Samstag, 20.06.2015 | die drei heiligen Geister auf dem Vulkan

stimmen im wind betten sich auf taube ohren

Sonntag, 21.06.2015 | Stimmen im Wind betten sich auf taube Ohren

Und im trüben Licht der Wolken entschied ich mich heute für Tee und (über)hörte den Ruf des bokkens, dem ich morgen wieder folge.

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