BANALITÄTEN IM ALLTAG

Kunst(schaffen) _ Gesellschaft _ Therapie

Schlagwort: gegenwart

ein achtsames Experiment – teil eins

das wiederholen der achtsamkeitspraxis

Künftig gibt es zwei feste Termine in der Woche. Montags und freitags wiederholen sich die Erinnerungen, auf dem Meditationskissen in Sitzhaltung anzukommen. Ein Augenblick der Einübung einer Haltung. Nach der Rückkehr mit der Aufmerksamkeit in den umgebenden Raum kündigt sich ein schriftliches  Festhalten der Veränderung jener Erfahrungen an. So  wäre der erste Tag dieses Experiments wäre beinahe vergangen, ohne eine Sitzhaltung für die Mitgefühlsmeditation mit einem Quälgeist als imaginäres Gegenüber einzunehmen. Denn interessanterweise ein innere Teil, welcher sich scheut im Ein- und Ausatmen anzukommen, zögerte es hinaus – bis kurz vor Mitternacht. Eine weitere neue Erfahrung: Ich lauschte meiner eigenen Stimme nicht nur innerlich, sondern direkt und klar über die Lautsprecher des Laptops. Vor dem Einschlafen kann ich einen Haken hinter den ersten Termin setzen. Ich bin gespannt, was sich in den nächsten Wochen zeigen wird.

http://wiki.yoga-vidya.de/Achtsamkeitsmeditation

 

wolken verschieben

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Am Abend sich selbst so betten, damit das Aufstehen im Morgengrauen im Hier und Jetzt gelingt. Unzufriedenheit verdreht sich um die Gedankengänge, welche der Lebendigkeit all die Vorstellungen vorwerfen, die in der Gegenwart fehlen. Im Strudel einer Selbstvergessenheit wird schweigsame Achtsamkeit, um das eigene Ein- und Ausatmen wahrnehmen zu können, unzerkaut verschlungen.

Das Hier und Jetzt auf Übermorgen verschoben; und Übermorgen wird „der neuste Schrei“ hungrig nach dem, was fehlt, gieren.

Ich setze mich, ruhe und lasse mich selbst auf das Ein- und Ausatmen sinken, es kann mich tragen im Augenblick. Kreativität fällt in den Schoß.

 

Konfus_was ist ein guter* blog?

wirre Gedanken. Beim Durchforsten des Netzes blicke ich am Ende frustriert noch weniger durch. Es regt sich Widerstand. Also ein guter Blog zeichnet sich durch das permanente Vernetzen und der Netzwerkarbeit aus; klares Thema und letztlich zählt die Verkäuflichkeit bzw. werden Vermarktungsmöglichkeiten der geschriebenen Informationen angepriessen. Wer übersteigt wen mit dem ganzen gegenseitigen – Klicken und Geklicktwerden – nur ganz wenige Sätze lese ich über die Möglichkeit, öffentliche Räume (wie das Internet) als Publikationsmöglichkeit zu nutzen, um sich selbst frei äußern, gestalten und in den digitalen Räumen bewegen zu können. Jene Form der Gestaltungsfreiheit, wo ES sich formt. Unabhängig vom sogenannten professionellen handwerklichen Können, was ohnehin meist mit dem Ziel gelehrt wird, eine breite Leser_innenschaft zu erreichen: Wie setze ich gekonnt Gefühle und Bilder ein, um Spannung zu erzeugen und menschliche Wahrnehmung manipulativ zu binden?

Ich bin genervt. Zu viel stehen Produkt und Erzeugnis kreativer Macharten im Mittelpunkt. Zu wenig Raum und Zeit bleiben für das achtsame Betrachten des Prozesses. Ein Prozess, welcher sich dem Zufall hingeben kann – ohne voraus_eilende Angst vorm Scheitern des Endproduktes.

So. formte. sich. das. gesicht. was. in. der. digitalen. Dimension. augenkontakt. verlor.

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Überreife Zeiten oder wie wäre es mit einem Gütesiegel für Fahrschulen?

12.März 2016

… im Jahr 1999 hielt ich meinen Führerschein in der Hand. Sechzehn Jahre später traute ich mich ans Steuer. Einerseits überforderte mich die neugewonnene Bewegungsfreiheit und andererseits wühlte die Wut in mir. Nach ein paar Fahrstunden in einer Kölner Frauenfahrschule wagte ich mich auf die Straßen. Zugegebenermaßen bewaffnet und vollgestopft mit Rescue- Präparaten rollte ich das Auto über den Asphalt, aber es lief.

Während im Jahr 1999 ich wohl eher gewillt war, den Führerschein wie eine Trophäe, für die ich in den Ring steigen musste, zu lagern – damit nie_mensch auf die Idee käme, mir dieses Dokument wieder abzunehmen. Es war der Beleg, dass ich unzählige Fahrstunden überlebt hatte. Kurz vor dem Abitur schlug es in eine Welle um. Alle* leisteten sich den Führerschein, um mobil, flexibel und beweglich zu sein. Kaum vorstellbar wäre es gewesen, sich auf dem Arbeitsmarkt ohne diesen Lappen zu präsentieren.

Ich war eher gelassen, konzentriert auf den baldigen und ungeduldig erwarteten Beginn des Studiums; trotzdem beugte ich mich der elterlichen Sorge um die Zukunft (ohne Führerschein verloren und ausgeschlossen zu sein).

Heute weiß ich, sich äußeren Erwartungen hinzugeben und anzupassen, entpuppt sich meist als Einbahnstraße. Im Grunde wurde es schlimmer. Unendlich viele Fahrstunden, drei praktische Prüfungen nicht bestanden und das Schuldgefühl, die arbeitslosen Eltern endgültig in den finanziellen Ruin zu treiben, verbiß sich schmerzvoll im Nacken. Es wurde noch schlimmer. Nämlich durch diese sabbernden männlichen* Fahrlehrer, die mit jedem Satz, der ihre geifernden Münder verließ, sexistische Kack scheiße verbreiteten. Statt geduldig einfache Regeln, Tipps und Hinweise zu vermitteln, damit Fahrschüler_innen weniger verängstigt und unsicher in die nächste praktische Fahrprüfung starten können.

Und heute im Jahre 2016 ist es noch viel schlimmer: Indem weiterhin Frauen*, während sie* um an (Bewegungs)Freiheit, Unabhängigkeit und Autonomie zu gewinnen, sich in einem Fahrschul-Auto anschnallen, sexistischen Übergriffen unter der Gürtellinien ausgeliefert* sind. Wahrscheinlich – so wie ich als achtzehn Jährige damals – am Ende der Fahrschulzeit Frauen* froh sind, keinen physischen Angriffen ausgesetzt gewesen zu sein, landet der Führerschein schnell in der verdrängten Dunkelheit. Ähnlich wie die unsichtbare Tatsache, dass die subtile Bedrohung eines physischen Angriffs durch den Fahrlehrer auf den hinteren Sitzen des Autos in jeder Stunde mitfuhr.

So kam es, dass ich (nach dem die Wut über vergangenen und heutigen Sexismus im Alltag hörbare Worte fand) neulich mit einer Bekannte, die frisch die Führerscheinprüfung bestanden hatte, mir einig war. Es ist überreif – die Zeit schreit nach einem Gütesiegel für Fahrschulen, die geschult sind und geprüft werden, was  es bedeutet verantwortlich und professionell zu handeln – unabhängig vom scheinbar äußerlich lesbaren Geschlecht –  Ein Siegel, um Fahrschüler_innen stark für die Straßen zu machen; was es heißt, gewaltfrei zu kommunizieren, angstfrei zu lernen und Ressourcen zu teilen.

Zum Weiterlesen: https://wineandvaginas.wordpress.com/2015/08/03/apropos-fahrschule/

sprachlos; ist selten ohne worte

Sonntag, 16.08.2015

und trotzdem meist leise. Manchmal springt nur der leere Satz entgegen, es fehlen die Worte … und manchmal in tieferen Erdschichten baden die verschiedenen Teile des Selbst im Getöse der Sprachgewalt, lassen sich ungeniert beobachten, was deren Freude keinen Abbruch verschafft. Es scheint fast unter Beobachtung laufen alle* zu Höchstleistungen auf.

Neue Erfahrungen öffnen neue Türen, wenn ich den Türgriff fest entschlossen in die Richtung führe, der ich gern entgegen laufen möchte. Sich einlassen auf neue Materialien und dabei seine eigene Sprache wieder (neu) (er)finden. Der Stein hätte mich fast in die Flucht geschlagen. Statt kontrolliert den Stein mit Bewegung zu formen, spürte ich den knallharten Widerstand – dem ich lieber mit Sprengstoff begegnet wäre als mit geduldigem Hämmern. Mittlerweile weiß ich um die Chance – erneut mit körperlicher Präsenz und Energie zielsicher den Türgriff zu führen. Die Beharrlichkeit der Kampfkunst trägt Früchte und zahlt sich aus. In allem wohnt der Anfänger*innengeist; so auch im Stein fühlt er* sich zuhause und lässt nicht locker. Bis das Harte butterweich mit den Bewegungen des Körpers verschmilzt und im Fluss der täglichen Wiederholung;  gesonnt im Licht der Selbstverständlichkeit(en) Gestalt annimmt.

ansichten

In der letzten Woche drehte das Thema „Wider der Eindeutigkeit und das Aufbrechen der Zweigeschlechtigkeit“ Runden in meinem Kopf. Es schwamm im Wasser der weiblichen Sozialisation und der verinnerlichten Mythen und ringt mit jeder Runde, dem entkommen zu können, um sich selbst nicht Steine in den Weg zu werfen.

zweiter_steinUnd prompt liegt ein zweiter Stein zur Bearbeitung bei mir auf dem Tisch. Nach eingehender Betrachtung sprach das Stein_Chamäleon zu mir, was nun zum Leben erweckt werden will.

Zwischendrin führe ich den bokken und freue mich wie eine Schneekönig*in im Sommer, die nach bald vier Monaten Kenjutsu Training plötzlich Serie eins und Großkata eins unterscheiden kann. So lohnt sich auch ein zufälliger Blick ins kleine Schwertbüchlein und was sagt es:

„Was ist nun das ‚Ich‘ des wahren Selbst? Es ist das Selbst, das bereits vor der Teilung von Himmel und Erde existierte und vor der Geburt der eigenen Eltern – vor allem, was geboren wurde. Es ist das Selbst, das nicht stirbt, das Selbst der Ewigkeit. Menschen, Vögel, wilde Tiere und Pflanzen – sie alle besitzen dieses Selbst. Das Universum ist davon erfüllt.“ (aus: Das Tor zur heiteren Gelassenheit. Zen und Kampfkunst, Takuan Soho)

bernsteinfrau

Unmengen an Bildern im Selbst*

Samstag, 06.06.2015

und trotzdem springen mir die Wiederholungen ins Gesicht. Der Alltag zersplittert sich manchmal in Pflicht, Verpflichtung und scheinbar nahe liegende Verrichtungen, die erledigt werden wollen (müssen*), um die klare Sicht nicht zu blenden.

Nur wer blendet hier wen?

Erst das Abarbeiten im Alltag, das tägliche Brotverdienen gefolgt vom routinierten Innehalten bis endlich Zeit zum Schlafengehen eingeläutet ist – so als gäbe es ein*e imaginäre Beobachter*in, die bestimmt und kontrolliert all die passenden Abläufe. Jen*e, die sich als Wegweiser*in ausweist, um zu herrschen und zu beherrschen – damit nichts aus den Bahnen läuft und der Boden unter den Füssen glatt und eben bleibt.

So treffen sich die Wiederholungen auf dem Papier in den Bildern, die zwischen Tür und Angel entstehen.

Vierzig Tage ein (Selbst)Bild. Die ersten fünf Tage sind vorüber gezogen und kurz vorm Ende des Tages – mal schnell, nur kein Dreck machen, um bloß das Erfüllen der Aufgabe im Blick – ein wenig Farbe auf weißes Papier gestrichen.

viele_bilder_im_selbstviele_bilder_im_selbstIIMontag, 01.06.15 | zwei Bilder | Zorn überdeckt Licht | Der Schrei ins Leere

Dienstag, 02.06.15 | zwei Bilder | the devil inside, eins | the devil outside, zwei

Mittwoch, 03.06.15 | verlagert auf den nächsten Tag | ein Bild | namenlos

Donnerstag, 04.06.15 | zwei Bilder | Seelensuche 1 | Seelensuche 2

Freitag, 05.06.15 | ein Bild | in der Angst gebunden

In der Zahl 40, so hörte ich, wohnt eine christliche Bedeutung. Dem gehe ich auch noch auf die Spur. Zunächst gewöhne ich mich daran, mit den Autoreifen die Fahrbahn zu berühren und unterwegs sein zu können. Ärgere mich – Selbstverständlichkeiten, die mir fremd sind und anderen so vertraut. Sehne mich nach dem Moment, wo auch bei mir die Selbstverständlichkeit den Zündschlüssel auf die Startposition dreht.

…. und manchmal ganz leise hadert eins der vielen Teile von mir; zaghaft fragt es sich, ob ich unterwegs sein darf, oder ob eine Erlaubnis nötig sei, um die Welt entdecken zu dürfen … freundlich reiche ich die Hand und erwidere … schau nur, wie vielfältig und facettenreich jede*r Winkel dieser Erde ist und wir sind ein Teil davon …

https://www.youtube.com/watch?v=x8Mf1GhyS5A

Kein Teil darf bedeutender sein als das Ganze (Rodin)

CAM00636Montag, 13.04.2015

Müdigkeit. Langeweile in der Regelmäßigkeit überwinden. Sich selbst wiederholen bis der Mund sich zu einem ausgedehnten Gähnen formt. Die große Herausforderung des Alltags, wenn ich mir das Schreiben auferlege.

Ich lese über das „Dramatische Schreiben“ in Film, Theater und Roman. So eben hörte ich, Günter Grass hatte Sorgen vergessen zu werden. Nun wer teilt diese Sorge nicht. Das Verderben, all das Streben nach Unsterblichkeit im Sinne von einmaligen Leistungen, die die Menschheit verändern.

Sind es nicht solche Forderungen, die den Alltag in den Schatten stellen und dabei liegt im alltäglichen Allerlei die Magie? Und wo sind all die Frauen der Nachkriegszeit?

Und ich höre immer wieder von der Generation der „Babyboomer“ und wie steht es um Rassismus? Und wo sind die Menschen, die in der DDR geboren sind? (außer sie versammeln sich in Dresden mit Pegida)

Der heutige Montag endet mit unbeantworteten Fragen. Abschied als Teil des Alltags und die Ungewissheit als treibende Kraft für den nächsten Schritt in den Morgen. Verlassensein und Einsamkeit als Wiederholungen, die eigentlich bitter aufstoßen und in einer Übertreibung von Glückseligkeit ausradiert werden.

Ich widme mich weiter dem Buch und den Kapiteln zur Charakter- und Figurenentwicklung. Zuvor blättere ich im Gedichtband von Mascha Kaléko:

Sehnsucht nach dem Anderswo

Drinnen durften die Äpfel im Spiel

Prasselt der Kessel im Feuer.

Doch draußen pfeift Vagabundenwind

Und singt das Abenteuer!

Der Sehnsucht nach dem Anderswo

Kannst du wohl nie entrinnen:

Nach drinnen, wenn du draußen bist,

Nach draußen, bist du drinnen.

Mascha Kaléko

Ich bemühe mich, mir selbst, meinen Ansprüchen und Talenten jeden Tag gerecht zu werden. Im Alltag. Und mit all meiner eigenen Widersprüchlichkeit und der Versöhnung mit dem permanenten Wandel und der nie müde werdenden Veränderung.

Es findet sich im Malen, Schreiben, und Miteinander!

robots oder die gemeine Hausfliege

Montag, 06.04.2015

Mein Wecker war heute auf halb fünf gestellt. Die Geräusche drangen so gegen sechs Uhr ernsthaft zu mir durch. Zu spät kam ich ins Büro und meine Stimmung entsprechend noch genervter als kurz nach dem Aufstehen.

Ich würde sehr gern Frida Kahlo fragen, ob ihr je geraten worden ist, ihre Augenbrauen sich schön zurecht zu zupfen … Manchmal lasse ich mich von Verschwörungstheorien verleiten, es hätten sich diverse robots auf meinen PC & Tablett breit gemacht. Kaum schreibe ich ein paar Gedanken für den blog nieder, bekomme ich von amazon Ratgeberliteratur als Empfehlung zugesandt.

Das nervt! Ich gehöre zu den Menschen, die durchaus Buchhandlungen, Flohmärkte und Secondhand Läden aufsuchen. Außerdem bin ich in der Lage, mich selbst mit entsprechender Lektüre (die bei mir eh immer mehr wird – mir graut vor dem nächsten Umzug) zu versorgen. Bibliotheken sind mir auch nicht fremd.

Und weshalb sollte ich Bücher über das glückliche Führen einer Ehe lesen? Um auf Literaturklassiker gestoßen zu werden wie Max Frisch, Tolstoi, Mann, Tucholskys, Virginia Woolf? Was soll das denn bitteschön? Ich habe bereits im jugendlichen Alter Hermann Hesse gelesen, kannte Böll, Kafka & Co (wer auch immer zum Co gehört)

Nur weil ich Veränderungen an meinem Körper bemerke, der mir scheinbar vermitteln will, besonders jetzt in eine sehr fruchtbare Phase meines Lebens zu rauschen – heißt das nicht automatisch – ich lasse alles stehen und liegen.

Eine andere Buchempfehlung titelt mit der Einsamkeit. Gibt Tipps und natürlich sind Anleitungsübungen dabei … mir geht das so langsam sehr auf den Keks!

Ich lese direkt etwas über die Arbeitsweise von Milton H. Erickson oder hole Michaela Huber, Luise Reedemann, Alice Miller u.a. aus dem Bücherregal – als den 10.000 Ratgeber, der sich wiederholt.

Wie wäre es mal mit Emotionen aushalten und annehmen, dass Einsamkeit ein Teil des ganzen Menschseins ist? Unabhängig davon dachte ich, dies sei eh alles Schnee von gestern – von wegen Singlehaushalte, rückläufige Geburtenrate, verminderte Fruchtbarkeit, Scheidungen, Trennungen, Wandel der Ehe als Institution – die ihre Bedeutung im Sinne der gegenseitigen finanziellen Versorgung (wohl hier auch eher für Menschen, die nicht von Armut, Abschiedung o.ä. betroffen sind) verliert?

All diese Themen habe ich während meines Studiums, was nun zehn Jahre in der Vergangenheit liegt, durchgekaut. Ebenso – ich sah auf 3sat eine Sendung, die über Postmoderne, Punk und Kunst informierte, bin ich überrascht, dass plötzlich Postmoderne sich als Debatte fortsetzt. Ich habe dazu Hausarbeiten geschrieben. Mich mit Zygmunt Bauman auseinandergesetzt, der Postmoderne/Moderne infragestellt und folgerichtig auf den Nationalsozialismus verweist, der innerhalb moderner gesellschaftlicher Strukturen funktioniert hat. Dementsprechend Vergleiche wie Moderne und Barbarei hinken. Hier ein Kommentar von Ulrich Beck http://www.taz.de/!147628/

Und natürlich sind die sozialen Systeme wie Kunst, Bildung, Wissenschaft als Teilsysteme nicht undurchlässig voneinander abgetrennt und abgeschlossen. Sie stehen im Austausch und bedingen einander.

Zudem, was manchmal gern vergessen wird, gab es 1989 gesellschaftliche Umbrüche und sozialer Wandel in ganz Europa. Auch von Globalisierung sprechen wir doch schon eine halbe Ewigkeit.

Anstatt mir Abnehmratgeber (was ich wirklich schon unverschämt finde) als Buchempfehlungen als Herz zu legen, könnte mich Amazon mal informieren, was die Menschen, die heute studieren – sei es Kunst, Politik, Soziologie, Film, Theater – bewegt und worüber sie schreiben, nachdenken und an welchen Utopien und Weltverbesserungsideen gebastelt wird.

Vermutlich sind Foucault, Goffman, Nietzsche, Kierkegaard, Max Weber, Luhnmann, Judith Butler noch so aktuell wie Hesse, Frisch, Kafka, Marlen Haushofer, Simone de Beauvoir, Susan Sontag und trotzdem wird sich der Blick weiten, öffnen und verändern.

Weil sich der Alltag verändert. Ich spreche mit lesbischen Freund_innen, die über eine Samenbank sich ihren Kinderwunsch erfüllen und dafür mehr zur Kasse gebeten werden als heterosexuelle Paare. Parallel gucke ich eine Dokumentation  auf ARTE über künstliche Befruchtung in den USA. Bin überrascht, was heterosexuelle Paare, die bereits Eltern von zwei Söhnen sind -, auf sich bürden, um unbedingt ein Mädchen auf die Welt zu bringen.

Ich brauche keine Dating-Internetportale. Ich bin zufrieden mit meiner Einsamkeit. Hadern, zweifeln, scheitern sind Bestandteile einer Persönlichkeitsentwicklung, die ebenso Beachtung verdienen.

Liebe*, sich einlassen, Zuneigung schenken und annehmen können – sind keine Gegenstände, die ich herstellen möchte -so als inszeniere ich ein Theaterstück. Da schreibe ich lieber, lese über von Tschechow und über die Dramatik des Erzählens.

Ich habe nicht mal mehr Lust und Zeit für Facebook. Und da erinnere ich mich auch … ich war eine mit der ersten, die studivz (existiert das heute überhaupt noch?) zu facebook wechselte. Damals wollte ich unbedingt den Gedanken der weltweiten Vernetzung unterstützen. Denn es gibt einfach zu viele Länder, in denen Öffentlichkeit beschränkt werden. Menschen müssen tatsächlich um ihr Leben bangen und bringe sich in Lebensgefahr, wenn sie sich äußern und vieles mehr.

Ich habe echt keine Lust mehr auf diese Amazon-empfehlungen. Mal sehen, was ich wohl morgen in der Emailpost als Werbung liegt.

Ich schreibe regelmäßig, weil es mir Freude bereitet. Es macht Spaß auf die Tastatur zu hauen. Die innere Auseinandersetzung ist mir selbstverständlich. Hürden, Hindernisse, Hemmnissen werden immer mal wieder auftauchen und hoffentlich schreibe ich bald eine Geschichte mit einem Ende, was mich zufriedenstellt. Ich brauche (aus sehr vielfältigen Gründen) die persönliche, biografische Auseinandersetzung, um in den kreativen Prozess einzutauchen, ohne darin zu ertrinken.

Für Ratgeberliteratur gebe ich mein Geld nicht mehr aus. Lieber Kino, Theater oder einfach eine tolle Serie auf DVD … und verdammt Frida Kahlo hat bestimmt auch niemand gesagt, sie solle sich rasieren oder mal wieder Sport treiben, um schön hübsch für den Diego oder eine andere Liebhaberin zu bleiben …

bernsteinfrau

der geist ist wie trüber schlamm

 

der geist ist wie trüber schlamm02.01.2015

Zu müde um nur einen klaren Gedanken zu Papier zu bekommen. Und trotzdem tapfer wach, denn etwas verpassen, kommt auf keinen Fall infrage, auch wenn der Hund längst im Bett liegt und bitterlich nach mir ruft. Ich lache und kratze die Reste vom Boden des Geschirrs.

die bernsteinfrau

magie im kleinen

die magie im kleinenZweiter Tag, ausgerechnet Silvester …. Reste von den Reisnudeln kleben am verbrannten Boden des Woks. Ein Tag, an dem alles anders kommt und ich von der Technik beherrscht werde. Alles läuft fehlerhaft und meine Anspannung in den Schultern reist bis hoch zum Kiefer. Die banalen Dinge des Alltags sollen schnell erledigt sein, damit Zeit für die sinnlichen Stunden bleibt. Aber nix. Gar nix. Und Sinnlichkeit auch ganz weit weg. Computerterror und zwischendrin das Knallen der Knaller. Alles wie immer. nix Neues. Vom Alltag überrannt bis die Uhr zwölf schlägt.

die bernsteinfrau

Oh stimmt nicht. Da gab es etwas Neues heute und wahrscheinlich zum ersten Mal. verdammt bin ich vergesslich. Grenzen setzen kann funktionieren und sogar Glücksgefühlen hinterlassen, wenn korrigierende Erfahrungen plötzlich mit Menschen möglich ist, von denen ich nie dachte, dass sie* es zulassen. Neben der technischen Pleite eine kleine alltägliche und scheinbar banale Revolution im Alltag, an die es sich lohnt, auch noch in einigen Jahren, daran zu erinnern. Meine Eltern haben verstanden, dass ich kein Roboter_in bin. fehler* sind ausdrücklich willkommen

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