waschtag03.01.2015

samstag; waschtag im strömenden regen zwischen waschsalon und wohnung. Neue lektüre. Das bücherregal kann die last bald nicht mehr tragen. Transgenerationalen traumatisierungen auf der spur. Spurensuche und was heißt eigentlich „Aufarbeiten“? Lediglich die trennung und aufteilung zwischen opfer* und täter_innen, polarisierung zwischen schuld und unschuld? Und in der gegenwart den wiederholungen der vergangenheit verfallen, weil menschen glauben*, verstand und intellekt können etwas lösen, bereinigen und verhindern, was sich im herz abspielt? Emotionen folgen dem zerschneidenen entweder-oder nicht. Meine augen verfolgen das drehen der wäschetrommel, das wasser läuft und es beginnt. Das verstehen von gefühlen und vor allem welche zu mir gehören und einen real* in meiner lebenswelt verankert sind. Diese gefühle differenzieren lernen von denen, die durch übertragungen raum in mir übernommen haben, ohne je in mir verortet gewesen zu sein. Ängste, die bedrohlich das herz zerreißen und das ganze system überschwemmen, während der kopf die welt nicht mehr versteht und verständnislos die augen vor dem elend verschließt. Schweigsam – und wie genau lautet der unterschied zwischen verschwiegenheit und bedrängendem verschweigen? Zwei diktaturen wiederhole ich gedanklich und lasse es mir auf der zunge zergehen. Bis vor ein paar tagen wusste ich nicht, dass nur ein paar Kilometer entfernt vom geburtsort meiner Oma ein KZ war. So ruhig diese Stille. Zwei diktaturen. Und ich lerne endlich zu unterscheiden zwischen mir und den anderen. Ich und du und wir … und mal sehen, was der Morgen bringen wird. Ich mag verregnete Waschtage.

die bernsteinfrau

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