wörtliche Kritzelei

rosegarden

Personalmangel

Geist klebt am Schlaf

Zwischen dem Raum von Leben und Tod

Missklänge harmonisieren das Gleichgewicht in Schräglage

purpurrot

Kastanie

stumpfes grün

abgestandener naturtrüber Apfelsaft

Rastlosigkeit

Nabelschnur

Schutz

Diamanten

Plastik

genügsam

ranziges Fett

künstliche Rolle scheinbarer Liebesangelegenheiten,

die an der Kante

an der Oberfläche

der eigenen Hautschicht

abprallt.

Lichtstrahlen

prahlen unscheinbar

Wachs

in

Formsprache

pumpendes Herz schläft im Rhythmus der Wellen

Schreib‘ ein Wort!

Automatisierte Lebendigkeit

Autokorrektur

Konstante

Elan

Zaubertrank

Schnürsenkel

zugeknöpftes Fühlen

auf dem Treppchen höher steigen, sobald das Herz ein Organ als Objekt begehrt.

Ich bin durch Dich

Das Ich objektiviert das Du

in Relation zum Weltgeschehen

Wir bleiben stumm

Rosengarten im Urwald der Nacht

wörtliche Kritzelei

Leave behind // Wolkenwandler

i don‘t care anymore

step behind

step past

step inside without fearing yourself

and

i don‘t care anymore

***

es kümmert mich nicht

dein blick auf mich

die vorgefertigten, zugeschnittenen Folien vor deinen Pupillen

drängen nicht mich in Enge,

die dröhnt aus vergilbten Zeiten vergessener Unsichtbarkeit.

***

seelische Realität wächst, gedeiht im Raum

zwischen Ich und Du

lasse nichts platzen auf deinem fragilem Selbst

dancing on my own

***

es kümmert mich nicht

dein blick auf mich

eine trügerische Putzaktion unter ausgefallenem Licht

scheint es glatt richtig

verloren zu gehen

zwischen

plus und minus

kalt und warm

fest und flüssig

***

in der Symmetrie lebt ES sich asymmetrisch

***

es kümmert mich nicht

dein blick auf mich

entblättere meinen Körper

entzerre//öffne//stimme ein// bewege // kreisförmig

bemerke lustvoll die Pause zwischen

Anfang und Ende

ein Atem

atmet aus

all die aufgesetzten Spiegelschichten

atmet ein

grounded growth

grounded fields

***

es kümmert mich nicht

dein blick auf mich

es wandert längst mit mir

Hand in Hand

auf den schmalen Pfaden zwischen

Wolken und Horizont

***

lange Weile

öffnet Verschlossenheit

es kümmert mich nicht

dein Blick auf mich

es wandelt längst mit mir

in transzendierten Zeiten

Vergangenheit – Gegenwart – Zukunft

beackern Körperflächen bis auf den Grund

geschwungener, resonanzgeräumiger gerippe

***

es kümmert mich nicht

dein blick auf mich

einzig//artig//selbst//wert//schöpfend//

augen//innen//und//außen

dein blick fängt mich nicht

drängt nicht mich hinter die Gitter

deiner augenblicklichen Sehhilfe

***

I don‘t care anymore

falling free

and

holding me

by myself

dancing on my own

dancing on my own

losing my love

in the song of

my holy uterus

***

es kümmert mich nicht

dein blick auf mich

längst übertönt

schwingt//pulsiert//überstimmt

holy uterus

– hör auf zu füttern

gefräßige magenräume

mit durchlässigen wänden –

kümmere dich nicht

***

falling free

and

holding yourself

losing your greatful love

while you dancing with all your own shadows

under your lighting

singing

holy uterus

***

kümmere dich nicht

um mich –

falling free

by your own.

Leave yourself behind

***

– being in life –

– being in love –

***

I don‘t care anymore

Leave you behind

without fearing

falling free.

***

– being in life –

– being in love –

Elfchen – eins – zwei – drei –

eins

Friedvolle

Weiblichkeit atmet

grau verhangenen Himmel

besänftigt durch schnarchendes Vogelgezwitscher

kastanienbraun.

zwei

Berauscht

schwebt die

Qualle auf Sturmhöhe

gleichmütig vertraut eine Familie

sein.

drei (ups doch kein Elfchen)

Stiller Winkel

Worthülsen den Straßen nach

im Abstand zwischen Ost und West

liegen erschöpft Kriege wach.

Randnotiz zum zweiten Todestag im Mai

Ohne große Mühe

– ohne große mühe

erblicken meine Augen

am absatz der ersten stufe

hinauf zur tür, die einst zu dir gehörte

und nun

mich täglich begrenzt

zwischen der welt draußen

und der welt aller intimität hinter den fenstern,

die weiterhin ohne Gardinen ihr Licht nach innen tragen.

 

 

– am absatz der ersten stufe

hinauf zur tür, die einst zu dir gehörte

und nun

sich mir täglich öffnet und schließt,

erblicken meine Augen

ohne große mühe

Vergiss-mein-nicht

 

 

sich selbst gesät

ohne mühe

blüht es

beharrlich

ohne Aufwind

ohne Plan

verwehter Trost,

der unsichtbar auf den zarten Blättern

sich selbstlos zu mir ins Augenlicht gesellt.

 

 

Auf Zehenspitzen ertaste ich

den Boden, den ich täglich

übergehe,

um mich fast lautlos

neben das unverhoffte Glück zu setzen.

 

 

Auf der ersten stufe,

hinauf zur tür, die einst zu dir gehörte

und nun

meine Augen zufällig

über das Vergiss-mein-nicht

fielen, ruhe ich.

Horche auf das Rauschen,

was sich verteilt zwischen Welt und mir.

 

 

Auf der ersten stufe,

hinauf zur tür, rufe ich

und nun

ich bin jetzt hier; und du?

warst mal neben mir.

 

Was bleibt?

antwortet es aus den Stängeln,

deren grün in der Dunkelheit der Nacht verschwindet.

Direkt in einer geraden Linie oberhalb der ersten stufe,

hinauf zur Tür,

reihen sich Sterne ein

in meine Blickrichtung,

die den roten Faden im Auge behält.

 

Was bleibt?

Hallt das Echo

ins Gewissen.

 

Vergiss-mein-nicht

starrt/glotzt/geifert/blinkt

mir frech mitten ins Gesicht.

 

aus sich heraus gestreut;

ohne mühe,

was bleibt,

ist geblieben.

Was geblieben ist, das bleibt.

Ohne mühe

warst du neben mir

ohne mühe

bei angst erreichbar/ im streit präsent/durch Museen gepirscht/im garten gewütet/herzen verschenkt/Linien verbunden/ Seelen getragen/ schmerzen erduldet/ belesen mit sinnen/schlangen versöhnt/Dämonen besänftigt/getanzt/gesungen/vergeben/geweint/ arme geöffnet/Tür nie verschlossen/ bereit zum Absprung/ohne Arzt und Apotheker/gewagt mit allen Risiken/ beharrlich getrotzt/ schön im Kleid mit roten Lippen / schön mit blue jeans und cowboy-hut/männlich/weiblich/jean und jeanne/stets Benzin im tank/vorbereitet für die flucht/ Katzen betrauert/Geliebte begraben/Hund behütet/geboren im Krieg ohne Halt/ weise gelebt/wild geliebt/tusche aufgebraucht/Pinsel aufs Papier geworfen/kreise geschlossen/neu aufgebrochen/Lehm geformt/sich getraut, immer wieder aufzuwachen/gelacht/glas zerbrochen/geschnitten/geflickt/Medizin gesammelt/Herzschmerz geröntgt/Salbei geweiht/Trost verteilt/den kleinen jungen an meiner Schulter beweint/und wieder gesungen, gelacht und getanzt/auf den Flügeln von Krähen/erbittert verziehen/gewürdigt den schatten/eingetaucht ins licht/Landschaften beseelt/Fremde bezogen/Dörfer belebt/

erinnerst du dich?/eine junge frau mit Hund und dein rotes, lebendiges herz in meinen Händen,

– in der schale meiner Handflächen wohnt es ohne mühe –

es bleibt, was geblieben ist.

ohne mühe

wage ich den Absprung

Tank immer gefüllt

stets bereit zur Flucht

nehme Abschied an die Hand

lasse fliegen

dein Herz

 

ich bin bereit.

Mit der Gewissheit

nichts bleibt,

was nicht wie von selbst – ohne große Mühe – geblieben ist.

Vergiss-mein-Nicht

erinnert mich.